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25.03.2011 | Arbeit und Soziales

„Grohner Düne“: Vom Modellprojekt zum sozialen Brennpunkt

Überplanung und Neubebauung des gesamten Areals erforderlich

Vor 40 Jahren entstand in Bremen-Vegesack die Großwohnanlage „Grohner Düne“. Was einst ein Modellprojekt für modernes Wohnen in Bremen sein sollte, ist längst zu einem sozialen Brennpunkt verkommen. Die verdichtete Hochhaussiedlung zieht bereits zieht Jahren soziale Problemgruppen wie schwer integrierbare Zuwanderer an. Wachsende Konflikte, Verwahrlosung und steigende Kriminalität sind die sichtbaren Folgen dieser Entwicklung.


Wohnanlage "Groner Düne"

Ein Betreiber der Anlage ist die Pirelli RE. Ihr gehört der ringförmige Teil der „Grohner Düne“, der 421 Wohnungen des ersten, im Februar 1971 begonnenen Bauabschnitts umfaßt. Pirelli trennte sich 2010 vom Mutterkonzern und firmiert jetzt unter dem Namen PRELIOS. Mit der gesellschaftsrechtlichen Veränderung verbunden war der Einstieg großer internationaler Konzerne aus der Finanz- und Versicherungswirtschaft bei PRELIOS. Da neue Großaktionäre erfahrungsgemäß vor allem an hohen Kapitalrenditen und weniger an der Wohnqualität interessiert sind, steht zu befürchten, daß die Immobilie in Zukunft „auf Verschleiß“ gefahren wird. Schnell dürften auch Maßnahmen zur Disposition stehen, die in den letzten Jahren dazu beitragen sollten, das Image der Hochhaussiedlung zu verbessern. In der Vergangenheit hatte die „Grohner Düne“ wiederholt wegen Kriminalität und Vandalismus für Schlagzeilen gesorgt.

Trotz der aufwendigen Sanierungs- und Sicherheitsmaßnamen sind in den letzten Monaten bestimmte Anwohnergruppen in den Fokus von Behörden und Polizei gerückt. Hintergrund ist der vermehrte Zuzug kurdischstämmiger Familien, die teilweise dem kriminellen Milieu zuzurechnen sind. Diese Personen betrachten nicht nur die Wohnanlage selbst, sondern auch die Umgebung der „Grohner Düne“ als ihren Einflußbereich, der notfalls mit Gewalt behauptet wird. In Reaktion auf diese besorgniserregende Entwicklung kam es im Juni 2010 zu einem Krisentreffen, an dem Vertreter von Stadt, Polizei und dem Eigentümer PIRELIOS teilnahmen. Man kam überein, mehr Polizisten und Sozialarbeiter für die Siedlung abzustellen und die Videoüberwachung auszubauen. Bei diesen Absichtserklärungen ist es bislang geblieben.

Mit der Bekämpfung von Symptomen allein ist es aber ohnehin nicht getan. Man muß an die Ursachen ran. Weil das bislang versäumt wurde, droht die Lage nun zu eskalieren. Einen ersten Vorgeschmack auf das, was da kommen könnte, gab es Ende letzten Jahres. Am 13.12.2010 überfiel eine maskierte, mit Baseballschlägern bewaffnete Tätergruppe den Lüssumer Jugendclub im Stadtteil Blumenthal. Die Angreifer trafen dort auf Angehörige einer rivalisierenden Gang. Im Verlauf der brutalen Auseinandersetzung kam auch eine Pistole zum Einsatz. Ein Beteiligter wurde durch einen Schulterdurchschuß verletzt.

Als Auslöser des Überfalls gilt eine schwere Schlägerei unter Angehörigen des kurdisch-arabischen Milieus, die einige Tage zuvor im Umfeld der „Grohner Düne“ stattfand. Das Fahrzeug, mit dem das Überfallkommando zum Jugendclub in Blumenthal gelangte, wurde nur wenige Stunden nach der Tat vor einem in der Siedlung ansässigen kurdischen Teehaus entdeckt. Es folgten Wohnungsdurchsuchungen, für die eigens das Sonder-Einsatz-Kommando (SEK) der Bremer Polizei aufgeboten wurde.

Trotz der Ereignisse und den offensichtlichen Querverbindungen zur „Grohner Düne“ bestreitet der zuständige Beirat von Bremen-Vegesack laut Aussage des Oberamtsleiters, daß der Überfall in Blumenthal etwas mit dem Stadtteil zu tun habe. Deshalb lehnt das Gremium eine öffentliche Befassung mit den Ereignissen ab. Bereits die erhebliche Unruhe, die unmittelbar nach der Attacke auf das Lüssumer Jugendzentrum unter Teilen der Dünen-Bewohner herrschte, führt diese Haltung ad absurdum.

Unabhängig von der latenten Kriminalitätsproblematik und den integrationsfeindlichen, burgähnlichen Parallelstrukturen in der „Grohner Düne“ hat die Siedlung mittlerweile ein Alter erreicht, das politische Entscheidungen über die zukünftige Nutzung des 4,9 ha großen Areals erfordert. Ein zumindest teilweiser Anriß der vorhandenen Bausubstanz wäre nicht nur mit Blick auf die im Zeitablauf überproportional steigenden Erhaltungsaufwendungen sinnvoll. Auch könnte diese Maßnahme neues regionales Entwicklungspotential freisetzen, das über den Grenzen von Vegesack hinausreichte. Naheliegend wäre eine touristisch-maritime Nutzung im Rahmen eines Betreibermodells (Beispiel Universum) in Kombination mit neu zu errichtenden Eigentum- und Sozialwohnungen, die als eine Ergänzung der bereits vorhandenen Infrastruktur zu konzipieren sind. Auch eine Kinder- und Jugendfarm könnte in dieser zentralen Lage zu positiven Impulsen für den Stadtteil führen.

Die Politik ist gut beraten, frühzeitig die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen und die Entwicklung nicht einfach dem Markt zu überlassen. Schon Ende der neunziger Jahre hätte die Stadt Bremen bei einer Leerstandsquote von 40 Prozent die Möglichkeit gehabt, sich günstig in die Wohnanlage einzukaufen und als Eigentümer gestaltend tätig zu werden. Diese Chance wurde von der Politik leichtfertig vergeben. Ob sie noch einmal wiederkommt, wird sich zeigen.

Nach vier Jahrzehnten „Grohner Düne“ dürfte bei allen Beteiligten die Erkenntnis gereift sein, daß dieses„Modellprojekt des sozialen Wohnungsbaus“, wie die verdichtete Hochhaussiedlung in Vegesack von ihren Planern einst gepriesen wurde, weit mehr Probleme aufwirft als ursprünglich angenommen. Heute gilt die Siedlung eher als ein abschreckendes Beispiel für die Ghettoisierung sozialer Randgruppen und die gescheiterte Integration von Zuwanderern in Bremen. Der Beirat Vegesack sollte sich des drängenden Themas „Grohner Düne“ rasch annehmen, bevor die Dynamik der Entwicklung über die Politik hinwegrollt. Notwendig ist ein ergebnisoffener Diskussionsprozeß, in den die Einwohner des Stadtteils z.B. im Rahmen von Bürgerversammlungen aktiv einzubeziehen sind. Ziel muß es sein, die Gegenwart und Zukunft der „Grohner Düne“ nicht mehr nur zu verwalten, sondern endlich aktiv zu gestalten – als Vorbild für ganz Bremen.




 
 
 
 
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